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Lagerkeller - Sommerkeller

Definition

Keller haben in erster Linie eine Lagerfunktion. Da die Kellerstollen und -gänge in den Felsen geschlagen wurden, bezeichnet man sie als daher entweder Lager- oder Felsenkeller.

In Franken wurden diese Keller vor allem zur Lagerung von Bier verwendet, so dass sie umgangssprachlich als Bierkeller bezeichnet werden. Der Begriff Bierkeller ist jedoch zweideutig, da damit nicht nur die einfachen Felsen oder Lagerkeller gemeint sind, sondern auch die Sommerkeller.

Unter dem Begriff der Sommerkeller versteht man die aus gewöhnlichen Lagerkellern entstandenen, gewerblich bewirtschafteten Keller. Sie besitzen als wesentlichen Unterschied zu den normalen Lagerkellern das Schankrecht, was die Kellerbesitzer zu einer gewerblichen Nutzung befähigt. Die Sommerkeller werden, wie es der Name bereits andeutet, während der heißen Sommermonate gastronomisch und zum größten Teil unabhängig von einer zugehörigen Gastwirtschaft bzw. eines Gasthofes bewirtschaftet.

Die Standorte der Lagerkeller

Die Lagerkeller lagen früher und teilweise noch heute außerhalb der Ortschaften, in der Regel an exponierten Stellen in kleinen Wäldchen, die sich von der Ackerflur deutlich abheben. Dass dies für die Lage der Felsenkeller schon immer charakteristisch gewesen ist, unterstreicht der Eintrag im Deutschen Wörterbuch der Gebrüder Jacob und Wilhelm Grimm, die als Definition für Sommerkeller "in Baiern biergarten auszer der stadt" angegeben haben (nach Grimm 1905, Spalte 1536).

Erstaunlicherweise liegen die Keller meist recht weit von der eigentlichen Braustätte entfernt in früher unbebautem Gebiet. Mancherorts wurden Entfernungen von ca. 20 km in Kauf genommen, wenn auf diese Weise eine bessere Bierqualität gewährleistet wurde. Dennoch waren die Lagerkeller in der Regel nie zu weit von den einzelnen Ortschaften entfernt, so dass die bierdurstigen Bewohner abends, nach getaner Arbeit noch kurz auf einen Humpen zu ihrem Keller gehen konnten.

Sommerkeller haben sich früher nur dort entwickeln können, wo sich die Lagerkeller in Ortsnähe befanden. Verständlicherweise waren die Bierdurstigen ohne motorisiertes Fortbewegungsmittel meist nur zu einer kurzen Wegstrecke bereit, die nicht länger als eine gute halbe Stunde Fußmarsch in Anspruch nehmen durfte. Daher liegen sowohl die privaten, als auch die gewerblich betriebenen Sommerkeller allgemein max. 3 - 4 km von der eigentlichen Siedlung entfernt.

Um 1830 waren die Keller so sehr beliebt, dass ein zeitgenössischer Bamberger Chronist stöhnte: "Die Bierkeller sind das Hauptanliegen der Bamberger!". Viele Wanderungen endeten meistens auf einem Keller oder waren der eigentliche Grund für eine Wanderung direkt dorthin. Geschäftstüchtige Wirte holten ihre Kundschaft sogar mit dem "Zeiselwagen" ab und das "Bamberger Tagblatt" richtete eigens ein "Felsenkeller-Anfrage-Büro" ein.

Äußeres Erscheinungsbild eines Lagerkellers

Die Eingänge der Lagerkeller sind häufig durch schattenspendende Laubbäume, zumeist Linden und Kastanien, verdeckt. Die Bäume wurden in vielen Fällen im Zuge der Anlage eines Felsenkellers angepflanzt. Ihre Aufgabe ist es, insbesondere im Sommer dazu zu dienen, den Kellereingang vor der direkten Sonneneinstrahlung abzuschirmen, um somit einen Temperaturanstieg im Innern des Lagerkellers, zu vermeiden.

Unter dem Aspekt der Kühlung ist die bestmögliche Exposition für einen Kellereingang entweder an einem Nord- oder Osthang. Im Winter, wenn man die Tür öffnet, ist diese Ausrichtung ideal, um den kalten Ost- bzw. Nordwind hereinlassen zu können, um somit zu erreichen, dass der Lagerkeller gut auskühlt.

Der Eingang, der in den Felshang führenden Kellergänge ist traditionell mit einem fest verschließbaren Holztor, das häufig aus Brettern oder Latten gefügt ist, versehen, das von einem aus Stein gemauerten Torbogen umrahmt ist (AG der Bürgermeister 1993). In den letzten Jahren wurden die Holztore oft durch Eisentüren ersetzt.

Die Kellereingänge liegen manchmal auf Höhe des vorbeiführenden Weges, doch kommt es häufig vor, dass man, um zum Eingang zu gelangen, erst eine Treppe hinabsteigen muss. In manchen Fällen wurde die Anlage von Treppen im Zuge des Baus von geteerten Straßen notwendig. Durch Erdanreicherung, Schotter- und Teerschichten wurde der vormals ebenerdig verlaufende Weg so stark erhöht, dass die Lagerkeller heutzutage tiefer liegen, und dadurch die Anlage von Treppen bedingt wurde.
(D. Wennmacher, 1996)











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